Das Leben ist bunt – und du bist es auch | Über Selbstliebe und Zufriedenheit

6. Dezember 2018
Das Leben ist bunt – und du bist es auch | Über Selbstliebe und Zufriedenheit

Es gab Zeiten, in denen ich mit nichts zufrieden war. Nicht mit mir, nicht mit meinen Zielen, nicht mit der Welt. Es war egal, was ich tat. Es hat mir nicht gereicht. Ich war kein happy Glückskeks, ich war ein Haufen schlecht gelaunter Brösel. Mittlerweile weiß ich, dass und wie ich mich beobachten muss. Seitdem habe ich verstanden, wie das mit dem Glücklichsein, der Selbstliebe und der Zufriedenheit funktioniert.

Ist es nicht verrückt, dass man sein ganzes Leben mit sich selbst abhängt und doch so oft nicht versteht, warum man was gerade denkt oder macht? Dass man wegen den banalsten Dingen plötzlich zum Grantelbart mutiert und in einer Wut-Blase steckt, die allein nur schwer zu durchbrechen ist?
Ich für meinen Teil finde diese Tatsache äußerst verrückt. Und wenn wir uns nun schon auf einem Level der Skurrilität befinden, dann ist da noch etwas. Etwas, dass noch um einiges grenzdebiler ist als bunt bemalte Männer-Glitzer-Bärte zu Weihnachten. Und zwar ist das der Glaube, dass Trauer oder Wut nicht zu unserem Leben gehören. Zumindest nicht in der Öffentlichkeit.

Werfen wir einen Blick in unsere liebste Scheinwelt Instagram, dann breitet sich vor uns ein Ort exotischer Urlaube, teurer Klamotten, perfekt eingerichteter Wohnzimmern und immer schöner werdender Menschen aus. Es scheint fast, als lebe jeder ein makelloses Katalog-Leben. Auf Bergen. Es fehlen nämlich die verdammten Tiefen. Die Schluchten. Der Täler. Hier gibt es kein auf und ab. Es gibt nur oben, höher und immer besser als die anderen. Was zuerst verwirrend erschien, ist mittlerweile der Social Media-Standard geworden. Das ist gefährlich. Sehr gefährlich und gleichzeitig so realitätsfern wie rosa-blau gestreifte Alpakas in Banen-Kostümen. (Alter Schwede, Gehirn, reiß dich zusammen. Wo kommt dieser Gedanken denn schon wieder her?!)

Bitte tut mir den Gefallen und setzt euch den Besitz eines eigenen Berges mit Palme, Louis Vuitton Tasche und Pinterest-tauglicher Deko nicht als Ziel. Ihr werdet euch auf Dauer ziemlich langweilen.
Denn irgendwann reicht die Palme nicht mehr und ihr braucht einen ganzen Palmen-Wald. Ihr wollt nicht eine, sondern eine Sammlung Taschen und die Dekoration eures Berges erscheint euch niemals pompös genug.

Bevor das passiert, packt bitte rechtzeitig eure Koffer.
Macht euch auf zu neuen Bergen.
Wandert durch Schluchten und Täler.
Erkundet und lernt.

Probiert Neues aus und geht an eure Grenzen.

Und auch, wenn euer nächster Berg nur ein kleiner Stein sein wird, dann ist das auch okay. Plant in kleinen Etappen und schaut euch regelmäßig um. Lernt zu erkennen, was ihr bereits geschafft habt. Ihr seid toll! Seid doch endlich mal stolz! Seid stolz auf EURE Wanderung und auf EURE Berge.
Beobachtet euch. Und nicht zu sehr die anderen.

Es ist in Ordnung –  nein es ist toll –  dass ihr nicht immer wisst, was ihr wollt. Dass ihr schlecht drauf sein. Oder müde. Oder wütend. Oder gut. Oder supergut. Oder aufgedreht.

Ihr seid bunt. Das Leben ist bunt.
Jeder Berg hat eine andere Farbe. Bitte lasst das zu und seht es auch! Entspannt euch, macht die Augen auf und geht los. Meinetwegen seid ihr das rosa-blau gestreifte Alpaka im Banen-Kostüm inmitten der Alpen.
Wenn sich das richtig anfühlt, dann ist es das auch.

2 comments

Dorie 6. Dezember 2018 - 11:16

Was für ein schöner und aufmunternder Beitrag, meine Liebe! Ich finde es wirklich wichtig, dass du diese Instagram-Welt mal angesprochen hast. Obwohl ich es eigentlich besser weiß, ertappe ich mich auch oft dabei diese Bilder anzuschauen und zu denken “ Die haben alles“. Aber am Ende des Tages ist es halt nur ein Bild.
Ganz liebe Grüße
Dorie von http://www.thedorie.com

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Julispiration 6. Dezember 2018 - 23:48

Ich danke dir, meine liebe Dorie!
Man neigt – oft unbewusst – sehr dazu, dort alles als Realität abzustempeln.
Da muss man wirklich auf sich aufpassen. 🙂

Allerliebste Grüße und einen schönen Abend für dich
Juli

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